Einen krummen Nagel kann man wieder aus der Wand ziehen, einen zu „schreienden“ Farbton noch einmal überstreichen. Aber was ist, wenn man bei der Wahl der Fliesen daneben greift? Wir empfehlen Ihnen vorher genau zu bedenken, was die Wand- oder Bodenfliese später leisten muss. Neben Form, Farbe und Struktur fällt vor allem die Abriebfestigkeit ins Gewicht. Fliesen bestehen aus Ton. Sie sind strapazierfähig, aber nicht unfehlbar. Ist die Oberfläche glasiert, dürfen Sie von höchster Strapazierfähigkeit ausgehen. Wurde diese Glasur beschädigt oder ist sie abgeplatzt, kann Wasser eindringen und auch Schädigungen am Untergrund hervorrufen. Diese Fliesen sollten dann schnell ausgetauscht werden. Generell kann zur Fliese jedoch gesagt werden, dass diese einen guten Belag für eine Fußbodenheizung darstellt, da die Wärme der Heizung gut durch die Stein- und Keramikböden gelangen kann.
Andere Oberflächenversiegelungen bieten unter Umständen keinen dauerhaften Schutz. Naturstein kann sogar ausgesprochen empfindlich reagieren. Treten schon bei der Herstellung gerade bei empfindlichen Fliesen kleine Glasurfehler oder Farb- odder Maßabweichungen auf, spricht man von 2. Sortierung.
Lassen Sie sich über Güte, Belastbarkeit und den empfohlenen Einsatzbereich der Fliesen, Platten oder Natursteine vom Fachmann informieren. Wir sagen und zeigen Ihnen schon einmal, worauf Sie achten sollten.

Qualität und Gebrauchsfähigkeit werden primär durch Beschaffenheit und Struktur der Scherbe bestimmt. Die Mischung aus Quarz/Lehm/Ton und die Brenntemperatur entscheiden über die Dichtigkeit des Gefüges. Durch die hohe Porösität und Wasseraufnahme nur im Innenbereich einsetzbar.

Die Feinkeramik erhält die hohe Festigkeit und geringe Porösität durch die extrem hohe Brenntemperatur (1150-1300°C). Wichtigste Vorzüge sind Frostsicherheit und Abriebsfestigkeit. Steinzeug wird glasiert und unglasiert angeboten. Unglasierte Fliesen sind sehr strapazierfähig.

Hat durch ein besonders festes Gefüge und eine extrem geringe Wasseraufnahme noch bessere Gebrauchseigenschaften. Die unglasierte Keramik genügt höchsten Anforderungen. Für das Verlegen kommt ausschließlich ein hoch kunstoffvergüteter Fliesenkleber wie Ceresit Hochflexibler Fliesenkleber zum Einsatz.
Feinsteinzeug gehört wie Steinzeug zur Fliesengruppe B I / EN 176.

Man unterscheidet drei Gruppen von Natursteinen. Erstarrungsgestein wie Basalt und Granit sind hoch widerstandsfähig. Sediment- oder Ablagerungsgestein haben eine mittlere Härte, z.B. Jura oder Solnhofener. Die dritte Gruppe umfasst Umwandlungsgestein wie Marmor, Schiefergestein und Gneise.

Ein atmungsaktives Material, das aus einem roten Tonmaterial besteht. Die Oberfläche ist in den meisten Fällen unbehandelt und muss nach der Verlegung imprägniert werden. Teilweise werden die Platten auch imprägniert angeboten.

Glasfliesen gibt es in vielen Farben. Dadurch bieten sie den Verbrauchern neue Möglichkeiten, mit Farben zu spielen. Glasfliesen weisen höchste mechanische und chemische Widerstandsfähigkeit auf, sind allerdings relativ hochpreisig und benötigen spezielle Kleber wie Ceresit Naturstein Fliesenkleber. Wegen der besseren Optik sollte man bei Glasfliesen ebenfalls darauf achten weißen Kleber und Fugenmörtel zu verwenden.

Gerade im Außenbereich müssen frostsichere Fliesen eingesetzt werden. Nach geltenden Normen müssen diese einem 50maligen Frost/Tau-Wechsel standhalten. Frostfeste Fliesen haben eine hohe Dichte und können so nur eine geringe Menge Wasser aufnehmen (3%).

Für Bodenfliesen gilt - obwohl Fliesen generell extrem widerstandsfähig sind - dass hier doch ein bestimmter Verschleiß zu beobachten ist. DIN-und EURO-Normen legen hier mehrere Gruppen fest: von 1-5 für sehr leichte bis sehr starke Beanspruchung. Abriebgruppe 1 beispielsweise würde man allenfalls an der Wand, etwa im Bad benutzen, da die Fliesen für den Boden zu empfindlich sind.
Gerade in Küche und Bad sollte man bei Bodenfliesen auf strapazierfähige und rutschfeste Böden achten. Gerade durch Wasserbelag, aber auch nur durch Dampf kann es hier gefährlich glatt werden. Profis bewerten die Rutschfestigkeit mit speziellen Prüfschuhen auf einer schiefen Ebene.

Die Widerstandsfähigkeit gegen Verkratzen wird in 7 Normgruppen eingeteilt: von "leichter Beanspruchung" als Wandbelag bis "extrem starker Beanspruchung" als Bodenbelag.

Sollten Sie sich leisten: Rundleistenprofile.
Auch die schönste Fliesenfläche hat mal ein Ende, besser gesagt: eine Kante. Bei der klassischen Form des Kantenabschlusses werden Glasur und Farbgebung um eine der vier Fliesenkanten herumgezogen und bilden so einen sauberen, idealen Kantenabschluss. Dieser Abschluss soll zum Betrachter zeigen und eine glasierte Kante sieht hübsch aus. Eine moderne Alternative sind die Randleistenprofile. Diese Schienen aus Kunststoff bzw. Metall gibt es in verschiedenen Farben und passend zur Dicke der gängigen Fliesentypen. Das Profil wird am Wandabschluss einfach in den Fliesenkleber gedrückt, bevor die letzte senkrechte Fliesenreihe verlegt wird.
Matthias Dülmer, Forschungs- und Entwicklungs-Ingenieur zementäre Systeme
Wer wirklich innovativ sein will, darf nicht bei der Rezeptur aufhören.Die innovativen Ausgleichsmassen von Ceresit...
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